Tai Chi Qi Gong mit Stephanie Hartmann-Funder am Mi 04.08.21

Open Air: Feldbergschule/Rushmoorpark, Oberursel
Zeit: 19.30-20.30 Uhr

Eintritt frei

Alles im Fluss. Tai Chi QI Gong kennenlernen: Im Vordergrund des Angebots steht eine gelöste Atmosphäre jenseits vom Leistungsdruck. Spielerisch werden Aspekte der Selbstwahrnehmung, Haltung, Standfestigkeit und Flexibilität trainiert. In Fluss kommen mit den ureigensten Bewegungen ist ein heilsamer Prozess, der den Übenden mit seinem Körper und sich „spürbar“ in Kontakt bringt. Wachsende Achtsamkeit, Gelassenheit und ein Zuwachs an Kraft und Energie sind die Folge.  Es sind keine weiteren Voraussetzungen erforderlich, bringen Sie einfach sich und ihre Neugier mit.

Stephanie Hartmann Funder (Jahrgang 1964) ist Heilpraktikerin, Tai Chi- und Qi Gong Lehrerin des Lee Stils, lehrt Meditation nach taoistischer und Zen Traditionen und arbeitet seit 2002 in eigener Praxis Urselbach in Oberursel zusammen mit ihrem Mann Martin Funder.  Sie praktiziert seit 1985 leidenschaftlich Tai Chi Qi Gong und gibt es weiter, liebt Musik und das 5 Rythmen Tanzen und tankt im Alltag auch Energie an den wunderbaren Kraftplätzen des Taunus.

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Wer mehr wissen möchte:

Tai Chi ist eine altchinesische Bewegungskunst, auch „Schattenboxen“ genannt wird auch als „Leere Faust“ oder „Prinzip der höchsten Vollendung“ (wie es sich im Yin- und Yang-Zeichen ausdrückt) übersetzt. Einfache, langsame Bewegungen fließen harmonisch ineinander, sind durch Weichheit und Gelöstheit gekennzeichnet und geschehen aus der Körpermitte heraus.  Da eine meditativ, gelassene Geisteshaltung betont wird, ist die Choreographie der 15 Bewegungen auch als „Energie-Form“ bekannt. Durch das klar ausgerichtete Üben eines komplexen Bewegungsablaufes kommt der Geist zur Ruhe.

Qi Gong umfasst Jahrtausende alte Atem- und heilgymnastische Übungen, die leicht erlernbar sind. Es steht die Entspannung im Vordergtrund. Bewusstes Lenken und Bearbeiten der körpereigenen Lebenskraft „Qi“ oder „Chi“ genannt, ist Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin und aus dem taoistischen Hintergrund entstanden.

Ziel der taoistischen Übungen sind nach der Schulung von Körperbewusstsein und Atemlenkung, letztlich die Einheit von Körper, Seele und Geist im Einklang mit der Natur. Regelmäßig geübt ist Tai Chi Qi Gong ein wichtiger Beitrag zum Entgiften, Entspannen und Regenerieren des Körpers. Es steigert Ihre Konzentration, Gesundheit und Lebensfreude.

 

Foto: © Stephanie Hartmann Funder

 

Natürliche Wirkstoffe gegen Corona? Kurz-Vortrag am Mi, 07.07.2021, 19.20 Uhr

Tipp des Monats Juli: Vortrag von HP Horst Boss im Rahmen der Online-Veranstaltungsreihe des Deutschen Naturheilbundes

Der Dachverband der Naturheilvereine bietet monatlich an einem Mittwoch, jeweils 19.20-19.50 Uhr, einen Kurz-Vortrag unter dem Titel „10 vor Halb“. Beim aktuellen Termin im Juli geht es um natürliche Wirkstoffe, die präventiv und therapeutisch bei Corona helfen sollen.

Schwere Krankheitsverläufe sind bei Corona-Infektionen gefürchtet. Entzündungen spielen dabei eine wesentliche Rolle. Neueste klinisch-wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, welche natürlichen Wirkstoffe in welcher Dosierung das Immunsystem modulieren und Entzündungen entgegenwirken können – präventiv sowie therapeutisch. Horst Boss, Heilpraktiker und Medizinjournalist, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim Deutschen Naturheilbund, hat das Thema in der neuen Folge „10 vor halb“ aufbereitet.

Den Zugangslink zur kostenfreien Veranstaltung können Sie per Mail unter

online-veranstaltungen@naturheilbund.de

anfordern.

Vorschau auf die nächsten Termine:

  • August: Omega-3 – das Superfood bei Herz-/Kreislauferkrankungen (18.08.21)
  • September: Der Darm, dein Freund (29.09.21)
  • Oktober: Die Mistel in der Onkologie (27.10.21)

Weitere Informationen rund um Aktivitäten und Leistungen, aber auch Geschichte unseres Dachverbands:

https://www.naturheilbund.de/

 

Bild: © Tumisu auf Pixabay

 

Hildegardmedizin: ein Appetithappen zur NHV-Exkursion

Unser NHV-Frühsommerausflug 2020 sollte uns auf die Spuren der Hildegard von Bingen führen. Corona und Lockdown haben einen Strich durch die Planung gemacht. Jetzt, in 2023, holen wir unsere Exkursion nach. Hier geht’s zur Kurzbeschreibung der Exkursion oder gleich zum Programm als PDF! Vielleicht wollen Sie sich vorher schon einmal auf das Thema einstimmen. Im Tipp des Monats geht es daher aktuell um die Hildegard-Medizin: Ideen, Gedanken und Erfahrungen von NHV-Vorsitzender Christoph Wagner.

Für ihren Begründer Dr. med. Gottfried Hertzka (1913-1997) war „Dreh- und Angelpunkt“ dieser Heilkunde der Dinkel: eine Art Urform des Weizens. „Der Dinkel ist das beste Getreide“, schrieb die Äbtissin – vor fast 1000 Jahren. Seine bessere Verträglichkeit führt man heute darauf zurück, dass er nicht so überzüchtet ist wie der Weizen. Am Dinkel-Boom haben indirekt Hildegard von Bingen (1098-1179) und sehr direkt ihre moderne Wiederentdecker einen großen Anteil.

Die Hildegardküche hat Dr. Hertzka gezielt gegen die bis dahin in Deutschland unter Naturköstlern dominierende Rohkost profiliert, und da konnte er sich wohl zurecht auf Hildegard berufen. Der Mensch, schrieb sie, „muss Speisen zu sich nehmen, die zwischen kalt und warm recht temperiert sind“. Sogar Obst empfahl sie lediglich in Ausnahmefällen roh. Nur wer selbst über genügend Hitze verfüge, um seinen „Verdauungskochtopf“ zu befeuern, könne je nach Lage (z. B. Jahreszeit) auch Kaltes zu sich nehmen (das entspricht übrigens weitegehend den Ansichten der traditionellen chinesischen Medizin). Die Hildegard-Ernährung beruht im Wesentlichen auf gekochtem oder verarbeitetem  Getreide – vor allem dem Dinkel – und gedünstetem Gemüse. Auch Fleisch und Fisch sind in Maßen vertreten. Vollkorn ist bei vielen Hildegardmedizinern nicht besonders beliebt aufgrund der geringeren Bekömmlichkeit (das würde ich zwar so generell nicht unterschreiben, allerdings sind auch im 630- oder gar 1050-Dinkelmehl noch etliche Ballaststoffe) – auch dies war ein besonderer Akzent gegen die alte Vollwertlehre.

Hildegard-Ernährung ist typgerecht und individuell. Der Leitgedanke, dass man nicht alle Menschen über einen Kamm scheren darf, ist bei Hildegard überall zu finden und meist anschaulich genug formuliert: Rettich z. B. „bekommt fetten Leuten gut, schwachen und mageren nicht.“ Immer berücksichtigt Hildegard die Veranlagung des Patienten, den aktuellen Zustand, die Tages- und Jahreszeit, das Lebensalter, die Arbeit und nicht zuletzt auch den Gemütszustand. Ausgiebig befasst sich Hildegard mit Tugenden und Lastern, wie sie sich auf die Gesundheit auswirken.

Die Ernährungslehre ist der am wenigsten umstrittene Teil der Hildegardmedizin: Es gibt sehr bekömmliche Koch- und Backrezepte, die heilende oder präventive Wirkung ist dabei durchaus plausibel. Ihr medizinisches Werk dagegen ist stellenweise etwas schwer verdaulich. Ein Grund dafür: Nach dem Tod der Äbtissin 1179 verschwand ihre Heilkunde für Jahrhunderte. Manches wurde erst in den 1980er Jahren wiederentdeckt. Und seither gab es reichlich Interpretationsschwierigkeiten. Manches erscheint geradezu widersprüchlich. Außerdem gab es zu Hildegards Zeiten noch nicht das einheitliche botanische System der Zuordnung von Heilpflanzen. Ein Kraut konnte zehn oder zwanzig Namen tragen, aber umgekehrt konnte auch ein und derselbe Name ganz verschiedene Kräuter bedeuten. Dennoch kann man einen Teil der Hildegardschen Phytotherapie als mittlerweile bewährt betrachten (siehe unten: Tipps/Top Seven).

Hildegards „Diagnosen“, die teilweise aus dem überlieferten System der antiken Humoralpathologie (Säftelehre) beruhten, sind nicht immer leicht nachzuvollziehen, obwohl der typgerechte Ansatz (warm vs. kalt, trocken vs. feucht) durchaus als modern gelten kann. Schön lesen sich ihre bildreichen Beschreibungen einer gesunden Lebensordnung: Lebenskraft erhalten und Seelenheil finden durch ein Leben im rechten Maß, und das mit Freude. Zentral dabei ist die Gesundheit der Seele – und da versteht man die Ausführungen vor allem im Kontext des christlichen Glaubens und des alten klösterlichen Ideals der Mäßigkeit bzw. des rechten Maßes.

Mit Hildegard bin ich immer wieder in Kontakt gekommen. Zuerst haben meine Eltern von einem Klosteraufenthalt in den 1980er Jahren Ideen und Schriften zur Hildegardmedizin mitgebracht. Später befasste ich mich als Heilpraktiker viel und immer wieder mit Ernährungsthemen, war dabei vom typgerechten Ansatz und dem zentralen Stellenwert der Bekömmlichkeit bei Hildegard überzeugt. Noch später hatte ich für einige Zeit nur 7 km entfernt vom Disibodenberg, dem ersten Kloster der Hildegard, meinen Zweitwohnsitz als Berufspendler. Ich war mehrfach vor Ort und kann verstehen, dass der Disibodenberg von geomantisch veranlagten Menschen als Kraftort bezeichnet wird.

Außerdem sind wir einige Zeit wiederholt am Schwarzwaldrand in der Nähe von Achern in Urlaub gewesen, dort gibt es zwar keine direkten Hildegard-Spuren, jedoch ein Reformhaus, welches traditionell sehr gut bestückt war mit Hildegardkräutern und Gewürzmischungen – Pulver für Magen und Darm, zum Fasten und zur Ausleitung, gegen Kopfschmerzen, zur Infektprophylaxe und für Entspannung. Und zu Hause wurden dann dieser und jener Likör oder Aufstrich angesetzt oder eben das wohl bekannteste Rezept realisiert: Nervenkekse oder „Energiekekse“ nach Hildegard gebacken! Butter, Zucker, Eier, Dinkelmehl mit reichlich Zimt, etwas weniger Galgant sowie (auch eher wenig) Muskat und Nelke gewürzt. Je höher man die Gewürze dosiert, desto weniger Kekse pro Tag sollte man verzehren. Die Dosis macht „das Heilmittel oder das Gift“, das stammt zwar von Paracelsus, aber die hochsensible Hildegard hätte sicher zugestimmt! Und es muss schmecken. Das ist ja sowieso ganz individuell.

Viel Spaß und Erfolg beim Spurensuchem und Ausprobieren wünscht Ihnen herzlich

Christoph Wagner, 1. Vors. NHV Taunus

Extra-Tipp: Meine Top Seven der Hildegard-Heilpflanzen

In der „Physica“ (Heilmittelkunde) beschreibt Hildegard mehr als 200 Pflanzen. Manches Kräuterporträt entspricht nicht den heutigen Erkenntnissen. Anderes klingt plausibel und könnte passen, müsste aber noch mehr erprobt werden.

Bertram: nach Hildegard für Schwächezustände sowie Verdauungs- und Stoffwechselprobleme, daher auch zur Prophylaxe und Infektabwehr

Diptam: laut Hildegard hilfreich bei vielen Krankheiten; nach moderner Hildegard-Medizin bei Arteriosklerose

Esskastanie: bei Hildegard ein Stärkungsmittel – neben Dinkel und Fenchel (Gemüse) das dritte Lebensmittel, das sie uneingeschränkt empfiehlt

Fenchel (Kraut): wirkt bei Magen- und Darmbeschwerden, gegen Mundgeruch, bei Augenentzündungen und stimmungsaufhellend; als „Sivesan“ bezeichnet Hildegard ein Fenchel-Mischpulver (16 g Fenchel, 8 g Galgant, 4 g Diptam, 2 g Habichtskraut), das gegen Verdauungsbeschwerden, Schweißausbrüche und zur Rekonvaleszenz empfohlen wird

Galgant: krampflösend, bei Schmerzen im Oberbauch, mit dem Ingwer verwandt und daher ähnliche Indikationen (Appetitlosigkeit), auch von der wissenschaftlichen Phytotherapie anerkannt

Petersilie: heute bei Harnwegsinfekten und Nierengrieß, nach Hildegard gegen Herzbeschwerden und Milzschmerzen

Wermut: wirkt gegen Verdauungsprobleme (da Bitterstoffpflanze), Melancholie (aus gleichem Grund plausibel) und vieles andere mehr; in der modernen Hildegard-Medizin in Form von Wermuttrank (Wein, Honig, Wermut) zur Frühjahrskur, aber auch Infektprophylaxe empfohlen

Foto: © Marie Sjödin, vilinapetrova, baakk – alle bei Pixabay

Kommunikation als Weg der Selbsterkenntnis und Selbstbehauptung, Mi 09.06.21

Mittwoch, 09. Juni 2021, 19.00-20.30 Uhr

Mini-Workshop mit Christoph Wagner (HP und NHV-Vorsitzender)

via Zoom

Eintritt frei, Spenden willkommen

Von der „Gewaltfreien Kommunikation“ (GFK) haben viele schon einmal gehört. Manchmal verbinden sich damit eher abschreckende Vorstellungen, etwa über „gestelzte“ Redewendungen, oder sogar enttäuschende Erfahrungen: „Mit meinem Mann klappt das nicht.“ „Jetzt hält mich meine Kollegin erst recht für völlig bescheuert.“ Christoph Wagner kennt ähnlichen Frust aus eigener Erfahrung – und verbreitet doch seit Jahren mit Begeisterung und Erfolg die GFK. Er ist überzeugt: „Jede und jeder kann davon profitieren!“

Es lassen sich durchaus große zwischenmenschliche Probleme und angestaute Konflikte mit GFK lösen. Doch der primäre Gewinn ist, dass wir einen anderen Umgang mit uns selbst entdecken. Wenn diese Art der Kommunikation überhaupt eine „Methode“ ist (und nicht eher eine Philosophie), dann eine Methode der Selbsterkenntnis und Selbstbehauptung. Denn die grundlegenden Fragen der GFK sind die grundlegenden Fragen unseres Lebens: Was fühle ich? Was brauche ich? Was wünsche ich mir?

In diesem Mini-Workshop werden die Grundlagen der gewaltfreien Kommunikation neu vorgestellt, mit Beispielen und Tipps. Außerdem gibt es Raum für Fragen und Diskussion.

Christoph Wagner, Jahrgang 1963, ist Philosoph und Heilpraktiker. Er war lange Zeit Journalist, u.a. 2003 bis 2016 Redaktionsleiter der Zeitschrift „Naturarzt“. Er arbeitet heute als Kreativtherapeut in einer psychosomatischen Klinik sowie als HP für Naturheilkunde und psychologische Beratung in eigener Praxis in Hofheim (Ts.). 2014 hat er die Gründung des Naturheilverein Taunus initiiert. Weitere Informationen finden Sie auf seiner Website wastutdirgut.de

Anmeldung: Nutzen Sie das Kontaktformular der NHV-Website oder schreiben Sie uns formlos an info@nhv-taunus.de. Wer sich angemeldet hat, erhält vom Verein den Zugangslink* und das Passwort.

Anmeldeschluss: 06.06.2021

Eintritt frei: Die Teilnahme am Abend ist kostenfrei. Über eine Spende für weitere Projekte freut sich der Naturheilverein Taunus.

 

Foto: © Melanie Schwolert auf Pixabay

Kein Aprilscherz: Vorsicht bei neuartigen Medikamenten!

Eine Kolumne mit Tipps von Christoph Wagner (NHV-Vorsitzender)

Medikamente sind in Ländern mit hohem Arzneimittelverbrauch die dritthäufigste Todesursache (nach Herzkrankheiten und Krebs). Rheuma-, Diabetes-, Migränemittel, Blutdruck- und Blutfettsenker, Hormone – in den vergangenen 25 Jahren haben wir manches kommen und gehen sehen. Sobald der Patentschutz abläuft oder Nachfolgerpräparate auf dem Markt sind, tut plötzlich alle Welt, also die wohlinformierte Fachwelt so, als habe man es ja schon länger gewusst, dass die einstigen Wundermittel doch nicht so toll sind. Professoren, die vorher noch die Nicht-Verordnung jener von ihnen beworbenen Medikamente als ärztlichen Kunstfehler anprangerten, erwähnen diese bisweilen nicht einmal mehr.

Wenn von neuartigen Arzneien oder Medikamenten der zweiten oder gar dritten Generation die Rede ist, sollte unsere Alarmanlage anspringen. Bei vielen Indikationen sind die alten Mittel im Nutzen-Risiko-Profil günstiger, ganz zu schweigen von den immensen Kosten der „neuartigen“ Medikamente. Das ist das Perfide an dem System: Da die Patient*innen die Kosten nicht direkt tragen müssen, lassen Sie sich leicht für eine neue und neuste Therapie gewinnen, in der Annahme, es handele sich auch um die beste.

Teure Medizin führt manchmal zu guten Plazeboeffekten (und Nebenwirkungen können diese Effekte absurderweise sogar verstärken). Dagegen sind echte Fortschritte in der medikamentösen Therapie laut Gøtzsche „sehr selten“. Einer der großen Haken an neuen Medikamenten ist oft, dass die Nebenwirkungen vertuscht werden, bis sie nicht mehr zu verheimlichen sind – nicht selten, bis es „genug“ Leichen gegeben hat. Bei mehr als der Hälfte der Medikamente musste nach Markteinführung der Beipackzettel geändert werden, weil ernsthafte Risiken peu a peu bekannt wurden. Nun gibt es Firmen- wie Behördenvertreter, die dazu sagen: „Na, bitte – das System funktioniert doch.“ Viele Arzneimittel sind allerdings richtig gefährlich und die Hersteller wissen es frühzeitig und überlassen es dem Zufall, wann genug schwere Schäden oder gar Todesfälle im Zusammenhang mit der Einnahme gemeldet werden. Und auch dann wird oft eben nur der Beipackzettel geändert!

Wie können wir uns schützen? Wir sollten uns zunächst fragen, ob wir überhaupt krank sind, ob wir also ein Medikament brauchen, oder ob uns jemand eine Scheindiagnose, eine erfundene Krankheit untergejubelt hat. Ein aktuelles Beispiel: Nach den Statinen, den vorletzten neuartigen Cholesterinsenkern kommt jetzt wieder eine neue Generation von Lipidsenkern auf den Markt und wird aggressiv beworben. Man folgt dabei „einer in Leitlinien seit Jahren propagierten LDL-Senkung auf konkrete, immer niedrigere Zielwerte – eine Strategie, für die hinreichende Nutzenbelege fehlen“, so das pharmakritische „arznei-telegramm“.

Die Pharmaindustrie weiß, wie man selbst minimale und für die Prognose irrelevante Effekte als „signifikant“ vermarktet. Manche Schlankheitspille führt laut Studienergebnissen dazu, dass die Patienten im Studienverlauf z.B. 3 kg abnahmen – nicht gerade ein Riesenerfolg, wenn man 100 kg wiegt und wenn die 3 kg hinterher schnell wieder zugenommen wurden. Wie skrupellos die Pharmafirmen vorgehen, zeigt sich gerade bei vielen Schlankheitspillen, die nie hätten zugelassen werden dürfen und zahlreiche Menschen das Leben gekostet haben.

Wie wir uns schützen können? Leben Sie gut und gesund, treiben Sie Sport, ernähren Sie sich gesund, verzichten Sie auf Softdrinks (Cola & Co), hören Sie mit dem Trinken von Alkohol auf, sorgen Sie für Entspannung und ausreichend Schlaf, schalten Sie die Glotze ab! Lassen Sie sich keine Angst einjagen. Und: Nehmen Sie kein Medikament, das Sie nicht zwingend benötigen. Wenn Sie einen Hausarzt bzw. eine Hausärztin Ihres Vertrauens haben, fragen Sie ihn (sie) auch zu fachärztlichen Verordnungen. Holen Sie sich im Zweifel eine Zweitmeinung, haben Sie dabei keine Angst zu „nerven“: z.B. wie viele Patienten behandelt werden müssen, damit ein einziger profitiert oder wie deutlich und konkret sich die Prognose durch die Einnahme des Mittels verbessert. Nehmen Sie, falls möglich (es gibt schwerwiegende Erkrankungen oder Stadien, wo dies nicht möglich ist), kein Medikament, das nicht mindestens zehn Jahre zugelassen ist.

Haben Sie den Mut, als unmodern oder konservativ in Bezug auf Innovationen zu gelten. Und ja, die gleiche Vorsicht gilt natürlich gegenüber neuartigen naturheilkundlichen Wundermitteln, egal aus welcher Weltregion sie stammen und welche Ureinwohner damit 120 Jahre alt wurden 🙂

Hinweis: Es kann sehr riskant sein und wird hier ausdrücklich nicht empfohlen, verordnete und evtl. lebenswichtige Medikamente (z.B. Blutdrucksenker) oder auch Medikamente mit Abhängigkeitspotenzial (z.B. Antipsychotika) eigenmächtig und ohne Rücksprache mit dem Arzt oder Heilpraktiker abzusetzen. Weitere Haftungsausschlüsse finden Sie im Impressum.

© Text: Christoph Wagner, NHV-Vorsitzender (Kurzfassung eines Kommentars auf der Website wastutdirgut.de)

© Bild: Pexels auf Pixabay

Mut und Zuversicht: Märchen von u. mit Michaele Scherenberg, Di 11.05.2021 (online)

Dienstag, 11. Mai 2021, 19.00-20.30 Uhr

Online-Veranstaltung via Zoom

Eintritt frei, Spenden willkommen

Dr. Angstmacher ist ein schlechter Ratgeber. Seine Medikamente heißen Weglaufen, Verstecken, Zumachen und Misstrauen. In Zeiten der Angst sind Geschichten und Märchen stärkende Begleiter und ein wunderbares „Naturheilmittel“ für Herz-Stärkung und Seelennahrung. Freuen Sie sich auf einen spannenden, inspirierenden und beschaulichen Abend mit Märchen und Geschichten, die vollkommen frei erzählt werden. Natürlich wird es auch die Gelegenheit geben, sich auszutauschen.

Die bekannte Erzählerin Michaele Scherenberg lädt Sie am Dienstag 11. Mai  zu einem besonderen Zoom-Abend ein unter dem Titel „Mut und Zuversicht“. Ihr Wunsch ist, „dass wir gemeinsam diesen Abend als Kraftquelle genießen können“. Auf den Abend für den Naturheilkundeverein freut sich Michaele Scherenberg sehr: „Das Programm wird weitgefächert sein. Ich werde Märchen mit Tiefgang erzählen, Weisheitsgeschichten und natürlich auch Erzählungen mit Humor. Denn Lachen hilft fast immer!“

Eine der kleinen Geschichten mit hintersinnigem Humor wird sogar mit drei handgeschnitzten Figuren gespielt, die der Naturheilkundeverein der Erzählerin geschenkt hat: Es ist das Märchen vom Hähnchen, das nicht aufhört, nach der Gerechtigkeit zu suchen und sich dabei nicht einmal vom König einschüchtern lässt. Einer der Helfer in der Geschichten ist ein Krokodil. Diese klassische Holz-Kasperpuppe werden viele noch aus ihrer Kindheit kennen!

Michaele Scherenberg lebt und arbeitet in ihrem Wohlfühlhaus in Bad Homburg. Sie ist bekannt geworden durch ihre langjährige Arbeit beim Hessischen Rundfunk. Als Märchenerzählerin hat sie verschiedene Weiterbildungen durchlaufen und ist bei der Schweizer Märchenstiftung Mutabor in der Gilde der Erzählerinnen registriert. Für den Naturheilverein Taunus hat sie im Herbst 2019 einen Live-Märchenabend gestaltet.

Die Wirkung von Märchen erfährt Michaele Scherenberg selbst dabei gerade in Zeiten von Pandemie und Lockdowns immer wieder. In ihrem Fachwerkhaus in der Altstadt von Bad Homburg sind die Erzählabende inzwischen zwar nur noch auf einzelne Haushalte bzw. auf Online-Erzählen beschränkt, doch Märchen lassen sich „nicht unterkriegen“.  Auch in ihrem kleinen Laden „Omi Mümchen/Lebenskunst“ wird unter Einhaltung der Beschränkungen weiter erzählt und es gibt begrenzte Fortbildungen für freies Erzählen und Klangarbeit.

Anmeldung: Nutzen Sie das Kontaktformular der NHV-Website oder schreiben Sie uns formlos an info@nhv-taunus.de. Wer sich angemeldet hat, erhält vom Verein den Zugangslink*.

Anmeldeschluss: 09.05.2021

Eintritt frei: Die Teilnahme am Abend ist kostenfrei. Über eine Spende für weitere Projekte freut sich der Naturheilverein Taunus.

 

* Ein Download der Zoom-App ist nicht erforderlich. Falls Sie erstmals an einem Zoom-Meeting teilnehmen, können Sie sich vorab ein kleines Zoom-Erklärvideo ansehen.

Entlastung der Emotionen mit Klopftechniken: Ein Online-Angebot am Mi 24.03.2021

Veranstaltung mit HP Inga Tulach am 24. März um 19 Uhr

Meridian-Klopftechniken sind Selbsthilfe-Techniken, die in allen Lebensbereichen Verbreitung finden und wegen der verblüffend einfachen Anwendung und Effektivität sehr geschätzt sind. Ihre Anfänge gründen auf der Meridianlehre der Jahrtausende alten Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). In Anlehnung daran entwickelte sich in den 1980ern in den USA die Klopf-Akupressur, wobei man durch einfaches Beklopfen von Akupunktur-Punkten seine Emotionen beeinflussen kann und hiermit ein wertvolles Instrument hat, um gelassener auf belastende Situationen zu reagieren. Hier lernen Sie, wie Sie in der Selbstanwendung diese Techniken für sich nutzen können und Ihr Leben im beruflichen, privaten, oder familiären Alltag positiv beeinflussen können.

Wir freuen uns, Ihnen ein digitales Pilotprojekt anbieten zu können: ein kleiner Kurs im Klopfen mit Heilpraktikerin Inga Tulach, die zugleich auch unsere NHV-Programm-Managerin ist. Wir hatten die bewährte Selbsthilfemethode „Meridianklopftechniken“ in den vergangenen Jahren schon zweimal im Programm – jetzt versuchen wir es mal „online“. Eine sehr kurgefasste Einleitung der Methode finden Sie auch auf der Praxis-Website der Referentin: https://www.heilpraktikerin-oberursel.de/eft-meridian-klopfen/

Der kleine Kurs im Klopfen findet via Skype statt. Wer bisher noch nichts Derartiges am eigenen PC unternommen hat, dem kann Vorstandsmitglied Wolfgang Herr helfen, für die Veranstaltung online zu gehen. Er wird dafür am Vorabend (23. März) 17-19.00 Uhr das NHV-Support-Büro öffnen. Melden Sie sich bei Interesse einfach mit E-Mailadresse und Telefonnummer an. Teilnahme und Service sind kostenlos.

Gerne nehmen wir Ihre Anmeldung über unser Kontaktformular entgegen.

 

 

Foto: © Angelo Esslinger auf Pixabay
(Das Foto zeigt keine Klopf-Selbstbehandlung. Das Thema ist eher verwandt damit …)

Tipp im Dezember: Ein besonderer Adventskalender

Vielleicht haben Sie Interesse, in der Adventszeit ein wenig vorweihnachtliche Stimmung in die Wohnung zu holen, egal ob in Hofheim, wo die Idee zu diesem „Adventskalender“ entstand, oder woanders. Auf der Website der Clément Stiftung geht es nicht um Spenden, sondern: An jedem Tag im Advent wird hier eine Geschichte vorgelesen. Viel Freude!

https://clement-stiftung.de/

 

Bild: © Pixaline auf Pixabay

Tipp im Oktober: Bewusst atmen – immer mal wieder

Nichts begleitet uns lebenslang so beständig wie der Atem. Er „ist“ gewissermaßen das Leben. Und da er immer bei uns ist, können wir seine Unterstützung an jedem Ort und zu jeder Zeit nutzen. Der Atem verbindet die äußere mit der inneren Welt. Das trifft zwar auch auf die Ernährung zu, dort handelt es sich allerdings eher um ein Einverleiben und Aneignen – selbst wenn wir beim Essen sehr achtsam sein sollten. Beim Atem vollzieht sich diese Verbindung viel subtiler.

Therapeutisch gesehen, scheint etwas anderes noch bedeutsamer: Der Atem verbindet Körper, Seele und Geist. Was soll das heißen? Der Körper befindet sich immer im Hier und Jetzt. Unsere Gedanken dagegen beschäftigen sich viel damit, was war und was sein wird – und daraus entstehen bekanntlich häufig Probleme und Symptome, wir grübeln, sind traurig, wütend, ängstlich … Unsere Gefühle unterliegen also dem Einfluss von beiden Seiten: körperliche Empfindungen, die durch Gedanken gedeutet, aber auch angestoßen werden.

Mit der Konzentration des Bewusstseins auf den Atem holen wir den Geist ins Hier und Jetzt, wir können uns mit dem Atem wahrnehmen: „Ich bin da“ und auch „Ich bin da, wo es keine Probleme gibt“. Wir werden „lebendig“ oder „real“, wie Thich Nhat Hanh sagt, denn nur im Hier und Jetzt ist Leben, hängen wir dagegen in Vergangenheit oder Zukunft fest, sind wir „tot“. Das achtsame Atmen (ohne zu bewerten, d.h. ohne beim Atmen eine besondere Leistung zu erbringen) ist eine Praxis der „Auferstehung“, der Erweckung zum Leben.

Tipp: Erinnern Sie sich tagsüber regelmäßig – oder lassen sich durch Handy, Zettel am PC u.ä. daran erinnern, für ein paar Momente achtsam zu atmen. Synchron zum Atemfluss können Sie innerlich eine Art Mantra oder Gatha sprechen. Eine ganz einfache Form wäre: „Ich atme ein. Ich atme aus. Ich bin da.“ Sehr schön (frei nach Thich Nhat Hanh) finde ich die Formel: „Mit dem Einatmen schenke ich mir ein Lächeln. Mit dem Ausatmen komme ich zur Ruhe. Es gibt nichts zu tun.“ Statt oder, je nach Länge der Atempause auch ergänzend zu „Es gibt nichts zu tun“ kann man auch sagen: „Das Leben ist voller Wunder.“ Bedenken Sie aber auch: Ihr Atem ist ganz individuell, vielleicht passt dieser oder jener Spruch nicht „synchron“. Wie wäre es dann z.B., vorher und nachher innerlich zu sagen: „Ich bin okay so wie ich bin. Nichts muss, vieles kann.“

Text: © C. Wagner (Vors. d. NHV Taunus), entnommen der Website wastutdirgut.de

Bild: © John Hain auf Pixabay

Vortrag 21.10.2020: Erleben Sie dir Kraft der pflanzlichen Ernährung

Vortrag von Jenny Illsinger

Mittwoch, 21.10.2020, Stadthalle Oberursel (Raum Bommersheim), 19 Uhr

Eintritt frei, Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung

max. Teilnehmerzahl (wg. Corona-Auflagen): 16

Der ernährungsmedizinische Blick auf die Ernährung hat sich in 60 Jahren fundamental gewandelt. Hieß es in der Nachkriegszeit noch „Fleisch ist ein Stück Lebenskraft“, wurde ungefähr zeitgleich mit der Öko-Bewegung auch die vegetarische Ernährung in vielen Varianten wieder entdeckt. Ein rein oder „streng“ pflanzliche Kost stand jedoch noch weitere Jahrzehnte im Verdacht, mangelhaft zu sein – bis der vegetarische Boom der vergangenen Jahre die Vorteile veganer Ernährung populär machte.

Wie bleibe ich lange gesund und vital? Diese Frage hat sich sicher schon jeder einmal im Leben gestellt. Neben ausreichender Bewegung und positiven Gedanken spielt die Ernährung eine große Rolle, ob wir uns bis ins hohe Alter fit fühlen und gesund bleiben. Erfahren Sie in diesem Vortrag, mit welcher Ernährungsweise Sie ihren Körper bei seinen täglichen Aufgaben unterstützen und wie Sie ungesunde Essgewohnheiten überwinden können.

Jenny Illsinger ist Vegan- und Ernährungsberaterin und beschäftigt sich seit Jahren mit den Vorteilen einer pflanzlichen Ernährung. Mehr über die Referentin erfahren Sie auf ihrer Homepage unter www.team-healthy.de

Bitte beachten Sie: Aufgrund der Corona-Auflagen ist eine Vorabanmeldung erforderlich. Nutzen Sie unser Kontaktformular.

Foto: © Deborah Breen Whiting auf Pixabay